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SAS Survival Guide

Subjektive Momente



Schweigetag

Dies war ein kleines soziales Experiment. Kurz vorbereitet und für den ganzen Tag keine Termine oder Verpflichtungen angenommen verbrachte ich den ganzen Tag mit einer weiteren Person vollkommen schweigend.
Die Regeln waren klar definiert: vom Aufstehen bis zum späten Abend war jedes Wort zu vermeiden und sich untereinander allenfalls in Körpersprache zu verständigen. Und das funktionierte sehr gut.
Auch Schrift in jeder Form war nicht erlaubt. Zur Beschäftigung war ein 1000-Teile-Puzzle da, was auch fast fertig wurde.
Gegen Mittag war es, dass mir leider tatsächlich unbedacht ein Satz entfuhr. Ich entschuldigte mich umgehend gestikulierend.

Einen ganzen Tag Wortlosigkeit zu erfahren war eine sehr wertvolle Erfahrung für mich. Ich lernte, dass Kommunikation auch ohne Worte gut funktioniert.
Allerdings war es auch recht anstrengend den ganzen Tag so gar kein Wort zu benutzen. Dieser eine unbedachte Satz durchdrang die Stille ohne Mühe und verschwand darin, wie ein einzelner Lichtstrahl in tiefster Finsternis.
Das soll nicht bedeuten, dass ich Stille (und Finsternis) als etwas schlechtes darstellen möchte. Im Gegenteil: Beides sind Dinge, die ich sehr schätze, da darin der Weg zur inneren Ruhe für mich liegt.


Magisches Gleis

Wir stehen am Bahnhof um jemanden abzuholen.
Es ist tiefster Winter.
Schnell fliegt in der Luft.
Es kommt sehr viel.
Die Sicht reicht kaum 50 Meter.
Wir warten.
Es ist kalt.
Ein anderer Zug fährt durch das Gleis ohne anzuhalten.
Ich sehe ihm nach.
Einen Moment lang entsteht ein Tunnel durch das Schneegestöber.
Der Sog des Zuges zieht den Wind hinter sich her.
Der Anblick ist einfach magisch.
Der Zug ist schon nicht mehr zu sehen.
Der Sog zieht weiter mit voller Stärke den Tunnel aus Luft und Schneeflocken hinter sich her.
Der Sog wird schwächer und völlig stufenlos verblasst die Erscheinung wieder im Treiben des Schnees.


Blick durchs Schlüsselloch

Das Flugzeug dreh seine letzte Schleife um bald zu landen.
Vor der Küste Antalyas gleiten wir auf das Festland zu.
Aus dem Wasser ragt ein großer Felsen.
In den Wolken öffnet sich ein kleines Loch.
Die Sonne steht irgendwo über dem Felsen und wirft fast steil durch das kleine Loch ihre Strahlen.
Die Luft ist nicht sehr klar.
Der Strahl bildet sich deutlich in der Luft ab.
Er trifft vor dem Felsen auf das Wasser.
Es spiegelt dort die Sonne wieder in den leichten Wellen des Meeres direkt vor dem Felsen.
Ein unwiederholbarer Moment vergeht, während ich ihn genieße.
Wie ein Blick durchs Schlüsselloch der Himmelspforten.